201003punkt11Schriftzug: www.hoeher-team.de

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Einzelcoaching

coaching-15.jpgAuftraggeber- und Klientenschaft
Im Gegensatz zum privaten Einzel-Coaching, bei dem die gecoachte Person die Kosten selbst übernimmt und deshalb alleiniger Auftraggeber ist, liegt bei organisationalem Einzel-Coaching eine doppelte Auftraggeberschaft vor, denn Auftraggeber ist zum einen die zu coachende Person als primärer Klient und zum anderen die Organisation als sekundärer Klient. Sie wird in der Regel durch den Vorgesetzten des primären Klienten und/oder die Personalabteilung vertreten.
Unabhängigkeit und Allparteilichkeit beim Einzel-Coaching
Die Aufgabe des Coaches ist, sowohl dem primären Klienten wie auch dem sekundären Klienten einen nachweisbaren Mehrwert zu bringen. Aus diesem Grunde muss er sich um Unabhängigkeit und Allparteilichkeit bemühen, d. h. die Interessen aller Parteien (Klienten) gleich ernst nehmen und versuchen, sie gut auszubalancieren. In diesem Sinne ist Allparteilichkeit etwas anderes als Neutralität.

Bedarfsermittlung
Der Bedarf organisationalen Einzel-Coachings muss im Dialog zwischen der zu coachenden Person und der Organisation ermittelt werden. Coaching-Bedarf lässt sich mit Bezug auf folgende fünf Gründe, die unterschiedlich kombinierbar sind, formulieren: (1) subjektiver Leidensdruck (z. B. Gefühl der Überforderung) des Klienten, (2) Abbau von Differenzen zwischen dem tatsächlichen und dem von der Organisation erwarteten Leistungs-, Kooperations- bzw. Führungsverhalten, (3) Einarbeitung in neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten, (4) Selbstevaluation, (5) Exploration und Entfaltung bisher wenig genutzter/entfalteter Fähigkeiten, die von der Organisation im Rahmen strategischer Personalentwicklung ggf. genutzt werden können.

Oberstes Ziel
Oberstes Ziel von Einzel-Coaching ist Ergebnisoptimierung durch Verbesserung der Selbstkompetenz, d. h. die Verbesserung des Umgangs mit den vorliegenden eigenen Ressourcen (Wissen, Können, Wollen, Kompetenz des Handelns). Eine verbesserte Selbstkompetenz ist die bedeutendste Grundlage für eine Verbesserung einerseits der Fach- und Methodekompetenz (d. h. des Umgangs mit sachlichen Aufgaben) und andererseits der Sozial- und Führungskompetenz (d. h. des Umgangs mit Menschen). In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Leitfragen:

  • An welchen Zielen und Werten orientiere ich mich (als Klient) und an welchen sollte ich mich vernünftigerweise orientieren?
  • Welches Bild von den Tatsachen und Wirkungszusammenhängen der vorliegenden Wirklichkeit habe ich und welche sollte ich vernünftigerweise haben?
  • Welche Mittel und Verfahren setze ich ein, um angesichts der vorliegenden Wirklichkeit meine Ziele und Werte wirksam zu verfolgen und welche sollte ich vernünftigerweise einsetzen?

Settings
Für die Durchführung von Einzel-Coaching ist die Wahl des Settings wichtig. Sie bestimmt, wer, wann, wo was und wie tun oder unterlassen soll und wer dabei welche Rechte/Pflichten und Verantwortlichkeiten hat. In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:

  • Was ist bei der Bedarfsermittlung, Wahl des Coaches und Auftragsklärung zu beachten? Wer hat in diesem Zusammenhang welche Aufgaben, Rechte/Pflichten und Verantwortlichkeiten? Welche Verbindlichkeit hat die in der Auftragsklärung vereinbarte Zielsetzung? Was ist zu tun, wenn nach den ersten Sitzungen deutlich wird, dass die im Rahmen der Auftragsklärung vereinbarte Zielsetzung verändert werden sollte?
  • Wie lang sollen die Coaching-Sitzungen sein und wo sollen sie durchgeführt werden? Ist die Anzahl der Sitzungen begrenzt? Besteht die Möglichkeit von Schattentagen (Shadowing)?
  • Welche Möglichkeiten bestehen, Einzel-Coaching durch coachingbasierte Fachberatung und/oder coachingbasiertes (Einzel-)Verhaltenstraining oder durch triadisches Coaching und Team-Coaching zu ergänzen?
  • Was soll getan werden, um den Erfolg des Coachings zu erfassen? Wer hat in diesem Zusammenhang welche Aufgabe, Rechte/Pflichten und Verantwortlichkeiten?

Methoden und Rollen
Die vielfältigen Methoden (siehe z. B. Höher 2007), die sich im Einzel-Coaching anbieten, müssen der zentralen Aufgabenstellung von Coaching gerecht werden, d.h. der Förderung der Selbstbestimmungs- und Problemlösungsfähigkeit des Klienten durch Selbstreflexion, Angebot neuer Sichtweisen und Aufdeckung wertvoller Alternativen. Hierfür bietet sich vor allem die Prozessberatung an. Bei Bedarf können zusätzlich Methoden aus dem Bereich der Expertenberatung/Fachschulung bzw. des Trainings hinzu kommen.